Der EHC macht den ersten Schritt

Im ersten Spiel der Abstiegsrunde gelang dem EHC ein wichtiger, wenn auch knapper 3-2 Heimsieg über den ESV Waldkirchen. Die Bayreuther konnten sich mit dem Erfolg für die beiden Niederlagen in der Hauptrunde revanchieren und schafften sich eine gute Ausgangsposition im weiteren Kampf um den Klassenerhalt und um die oberfränkische Meisterschaft.

    EHC Bayreuth "die Tigers"   ESV Waldkirchen „Karoli Crocodiles“
Aufstellung:    Dünkel, Zimmermann – Müller F., Pajk,  Weise, Zizka, Zimmer – Geigenmüller, Natzi, Hagen, Schmidt, Trolda, Runge, Zeilmann, Jalalian, Pleger N.;   Lienig, Vierlinger – Zich, Kotaska, Fastenmeier, Hirtreiter, Mayrhausner, Sattler – Schreyer, Vavroch, Duschl, Bojer, Pichler, Skoda;
Tore:  
1:1 (37.) Pleger N. (Runge, Trolda)

2:2 (53.) Runge (Trolda)
3:2 (55.) Schmidt (Geigenmüller, Pajk)

  0:1 (34.) Kotaska (Vavroch, Skoda) 

1:2 (45.) Bojer (Vavroch, Pichler)
Strafen:   6 Minuten   4 Minuten
Zuschauer:    276    


Im ersten Spielabschnitt neutralisierten sich beide Teams, die nicht in Bestbesetzung antreten konnten, weitgehend. Die Bayreuther mussten zwei Unterzahlsituationen überstehen, in denen Waldkirchen sich einige Chancen erarbeiten konnte, jedoch ohne dass etwas zählbares dabei herausgekommen wäre. So endete dieses Drittel torlos.

Im zweiten Abschnitt nahm die Partie dann so langsam Fahrt auf. Die Chancen auf beiden Seiten häuften sich und Waldkirchen ging nach 34 Minuten durch Ivo Kotaska in Führung. Doch die Antwort der Bayreuther Jungs ließ nicht lange auf sich warten, denn Nikolai Pleger erzielte nur drei Minuten später den verdienten Ausgleich. So ging es wieder unentschieden in die Kabinen, was auch dem Spielverlauf entsprach.

Im Schlussdrittel spielten dann beide Mannschaften mit offenem Visier und wollten den Sieg. Wieder waren es die Gäste aus dem bayerischen Wald, die den ersten Treffer landen konnten. Jan Bojer erzielte in der 45. Minute abermals die Führung. Die Bayreuther zeigten aber wieder einmal ihr Kämpferherz und ließen sich auch durch den erneuten Rückstand nicht verunsichern und erhöhten den Druck auf die „Crocos“. So ging der Ausgleichstreffer von Johannes Runge in der 53. Spielminute durchaus in Ordnung. Doch es kam noch besser. Stephan Schmidt schoss den EHC nach 55 Minuten mit 3-2 in Führung. Dieses Tor hatte dann einen wütenden Sturmlauf der Waldkirchener zur Folge, die sich vehement gegen die drohende Niederlage wehrten. Doch alle Torversuche scheiterten am Bayreuther Goalie Sebastian Dünkel, und auch die Maßnahme der Gäste, ihren Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis zu nehmen, brachte nicht den gewünschten Erfolg und änderte nichts mehr am Ergebnis.

Somit holte der EHC unterm Strich verdient die ersten drei Punkte in der neuen Runde und hat damit gleich zum Auftakt den ersten Schritt in Richtung Ligaerhalt gemacht. Am kommenden Wochenende geht es dann weiter. Der EV Pegnitz kommt am Freitag zum Derby in die Wagnerstadt!

Vor dem Start in die zweite und entscheidende Saisonphase haben wir mit Verteidiger, Captain und ehemaligem Spielertrainer Marco Zimmer über die zurückliegende Hauptrunde und über die kommenden Aufgaben gesprochen.

Frage: Bist Du insgesamt zufrieden damit, wie die Hauptrunde gelaufen ist?

Marco Zimmer: Wir haben einige Zeit gebraucht, um wirklich auch ein richtiges Team zu werden. Gerade die ersten drei Spiele. Da hatten wir gleich die großen Brocken. Hassfurt zuhause, wären wir da deutlicher in Führung gegangen, hätten wir das Ding gewonnen. Dann kam Amberg, die waren an dem Tag einfach klar besser und dann ging es nach Dingolfing, wo wir unglücklich verloren haben. Dann startest Du mit drei Niederlagen in die Saison, was natürlich auch etwas an Selbstvertrauen gekostet hat. Es hat gedauert, bis wir uns davon erholt hatten. Der Knackpunkt kam dann mit der Niederlage in Pegnitz, nach der es in der Kabine auch mal etwas lauter geworden ist. Ab da ging es merklich bergauf. In den letzten sieben, acht Spielen, Waldkirchen ausgenommen, hat man dann denke ich schon die Mannschaft auf dem Eis gesehen, die man auch von Anfang der Saison an erwartet hat. Wir hatten dann auch das Glück, dass wir da wieder einigermaßen komplett waren, da gerade am Anfang der Hauptrunde öfter mal ein paar Leistungsträger gefehlt haben.

Frage: Was hätte denn besser laufen können?

Marco Zimmer: Der Spielplan. (lacht) An dem kann man zwar nichts ändern, aber es hat uns auch zu Beginn der Saison ein wenig das Glück gefehlt, das du brauchst, wenn du in einer neuen Liga mit ein paar personellen Veränderungen und auch Umstellungen in den Reihen an den Start gehst. Das ist auch für Spieler, die mal höherklassig gespielt haben, eine schwierige Geschichte, sich da anzupassen.
Dann im weiteren Verlauf hat sich gezeigt, dass wir uns gegen vermeintlich leichtere Gegner schwer getan haben. Da hat vielleicht teilweise etwas die Einstellung gefehlt, oder wir tun uns grundsätzlich hart gegen solche Gegner. Ich finde ohnehin, dass wir unsere besten Spiele gegen die starken Gegner gemacht haben. Auswärts in Amberg oder in Moosburg gewonnen, in Hassfurt zwar verloren, aber ordentlich gespielt. Zuhause gegen Dingolfing waren wir defensiv richtig gut gestanden.
Vielleicht wären wir bei einem anders eingeteilten Spielplan besser und mit mehr Selbstvertrauen gestartet, dann wäre eventuell auch etwas mehr drin gewesen.

Frage: Im Laufe der Saison kamen nach und nach auch einige Spieler aus dem EHC – Nachwuchs zu immer mehr Einsatzzeiten. Wie ist Dein Eindruck von diesen jungen Spielern?

Marco Zimmer: Eigentlich kamen nur Mick Schwarz und Nico Zimmermann ganz neu dazu, die übrigen der jüngeren Spieler kamen ja bereits in der letzten Saison zum Einsatz. Leider ist auch der eine oder andere Spieler, der in den letzten Jahren aufgebaut worden ist, nicht mehr dabei oder hat den Verein verlassen, aber auch das gehört dazu.
In dieser Serie hat sich vor allem Sebastian Dünkel gut weiterentwickelt, und er hat völlig zurecht in der letzten Zeit so viele Spiele bestritten. Aber auch Nico Zimmermann hat in seinem ersten Spiel im Herrenbereich einen guten Job gemacht, ist beim Training immer da und gibt Vollgas. Auch auf Max Eissner kann man sich immer verlassen. Die Überraschung ist für mich Mick Schwarz, den ich auch schon länger kenne und bei dem ich nicht damit gerechnet hätte, dass er dieses Jahr bereits den Sprung zu uns schafft. Er bringt sich aber sehr positiv in die Mannschaft ein, hat sich gut eingefunden, auch in der Kabine, und gibt auf dem Eis immer Vollgas. Er muss sicherlich körperlich noch etwas zulegen und benötigt auch noch ein, zwei Jahre Erfahrung, aber wenn sein Weg so weiter geht, dann kann er auch durchaus mal einer werden, der auch eine oder zwei Ligen höher spielen kann. Aber dazu muss er weiter dranbleiben und darf sich nicht hängen lassen.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass sich die Nachwuchsspieler, die bei uns im Kader stehen, absolut positiv zu bewerten sind.

Abschließende Frage: Wie geht Ihr nun die Abstiegsrunde an? Was sind Eure Ziele für den zweiten Abschnitt der Saison?

Marco Zimmer: Wir wollen einfach möglichst früh den Klassenerhalt klar machen, um dann eine möglichst gute Platzierung zu erreichen, Spaß am Eishockey haben und natürlich auch unseren Fans Spaß und Unterhaltung bieten. Viel hängt vom Start ab. Es wird nicht so einfach, da Waldkirchen sich stark entwickelt hat und bei uns im ersten Spiel ein paar Leute fehlen werden.
Diese Runde wird noch einmal verdammt hart und ich hoffe, dass das jedem in der Mannschaft klar ist. Wir haben gerade gegen die vermeintlich schwächeren Gegner viele Punkte liegen gelassen, daher wird das kein Selbstläufer. Wir fangen jetzt wieder bei Null an, deshalb müssen wir zusehen, dass wir gleich in den ersten zwei, drei Spielen Punkte einfahren, und dann auch alle weiteren Spiele hundert Prozent geben, um einen guten Platz zu erreichen und dann die Saison ordentlich abzuschließen.

Danke für das Interview. Wir wünschen Euch viel Erfolg!

-sr-

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